Auf Antrag der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde heute über die Vermeidung von Elektroschrott debattiert. Damit das von der EU eingeführte „Recht auf Reparatur“ wirksam umgesetzt werden kann, müssen entsprechende Angebote sichtbar, möglichst flächendeckend verfügbar und kostengünstig sein. Eine besondere Form sind sogenannte Repair-Cafés, in denen Ehrenamtliche helfen, defekten Geräten ein neues Leben zu geben. Die Rahmenbedingungen für solche ehrenamtlichen Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern sind jedoch bisher nicht ausreichend. Die Fraktion fordert die Landesregierung deshalb auf, die Arbeit solcher Initiativen zu unterstützen.
„Europaweit landen jährlich fünf Millionen Tonnen Elektroschrott auf dem Müll. Das ist viel zu viel“, erklärt Jutta Wegner, wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN MV. „Dabei ließen sich viele der Geräte noch retten. Hier gibt es eine Lösung aus der Mitte der Bevölkerung: Reparatur-Cafés. Sie sind wahre Schatzkammern der Nachhaltigkeit, in denen Menschen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen können, um kaputten Geräten ein zweites Leben zu schenken. Und es werden nicht nur Toaster, Lampen und Radios repariert, sondern es entsteht Gemeinschaft, Wissenstransfer und ein neues Bewusstsein für den Wert unserer Ressourcen. Und das alles kostenlos!“
Repair-Cafés als nachhaltige Gemeinschaftsorte stärken
Doch es fehlt bisher nicht nur an Geld für Werkzeuge und Ersatzteile, sondern oft auch an geeigneten Räumen für solche Initiativen. Wegner fordert die Landesregierung zum Handeln auf: „Ehrenamtliche Reparatur-Projekte benötigen finanzielle Zuschüsse bei der Beschaffung von Werkzeugen oder Ersatzteilen.“ Auch organisatorisch müsse das Land Hebel in Bewegung setzen: „Es braucht eine bessere Sichtbarkeit für die bestehenden Initiativen, Qualifizierungsangebote für die Ehrenamtlichen und Zugang zu öffentlichen und kommunalen Räumlichkeiten. Die Landesregierung muss Reparatur-Initiativen als wichtigen Bestandteil nachhaltiger Wertschöpfungsketten anerkennen und in der öffentlichen Beschaffung nicht ausgeschöpfte Potenziale zur Reparatur nutzen.“

Parlamentarische Geschäftsführerin und wirtschaftspolitische Sprecherin