Vom Wind her denken // Wegner: „Wir müssen geeignete Windstandorte frühzeitig sichern, um Fehlplanung zu vermeiden“

Zur heutigen Landtagsdebatte über den bündnisgrünen Antrag „Windenergieflächen vor Fehlplanung schützen“ erklärt Jutta Wegner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Mecklenburg-Vorpommern muss jetzt die besten Flächen für Windkraft sichern, damit das gesetzliche Ausbauziel von 2,1 Prozent der Landesfläche nicht gefährdet ist.“

Windflächen frühzeitig sichern, um spätere Nutzungskonflikte zu verhindern

Sie warnt davor, dass ein Verlust gut geeigneter Windflächen später zu größeren Nutzungskonflikten führen würde. Müssten die festgelegten Ausbauziele nachträglich auf anderen Flächen erreicht werden, gerieten konfliktträchtigere Standorte in den Fokus – etwa näher an Siedlungen oder in sensibleren Naturbereichen. Wegner: „Es drohen dann schwierigere Abwägungen vor Ort und neue Konflikte beim Natur- und Artenschutz. Das wollen wir unbedingt vermeiden.“

Hintergrund der bündnisgrünen Initiative ist das aktuelle Hin und Her bei der Ausweisung von Windenergieflächen. Viele Regionale Planungsverbände hatten bereits zusätzliche Potenzialflächen identifiziert, die für das gesetzliche 2,1-Prozent-Gesamtziel benötigt werden. Inzwischen wird vielerorts nur noch mit dem Zwischenziel von 1,4 Prozent geplant. Dadurch droht eine Lücke: Flächen, die später für das gesetzliche Gesamtziel benötigt werden, könnten zwischenzeitlich durch andere Nutzungen dauerhaft blockiert werden.

„Wir müssen vom Wind her denken“

Wegner: „Wir brauchen eine koordinierte Planung von Windenergie, Photovoltaik, Speichern und Netzanschlüssen. Gerade Hybridlösungen bieten große Chancen: Sie nutzen Flächen effizienter, senken Infrastrukturkosten und entlasten die Stromnetze. Dafür müssen wir die Planung konsequent vom Wind her denken und geeignete Windstandorte frühzeitig sichern. Denn wenn hochwertige Windflächen beispielsweise zuerst mit Solarparks belegt werden, werden kombinierte Lösungen später unnötig erschwert oder ganz unmöglich.“

Deshalb fordert die Fraktion die Landesregierung auf, kurzfristig rechtssichere Instrumente zur Sicherung der bereits identifizierten Potenzialflächen zu schaffen. Kommunen und Genehmigungsbehörden sollen klare Vorgaben erhalten, damit Windenergieflächen nicht dauerhaft durch konkurrierende Nutzungen blockiert werden. Gleichzeitig sollen integrierte Hybridprojekte ausdrücklich ermöglicht werden.

„Vorsorge ist besser als Nachsteuern unter Druck“

„Vorsorge ist besser als späteres Nachsteuern unter Druck. Kommunen, Menschen vor Ort, Netzbetreiber und Unternehmen brauchen verlässliche und nachvollziehbare Planung. Nur so kann die Energiewende effizient gelingen und zusätzliche Standortkonflikte vermieden werden“, betont Wegner abschließend.


Hinweis:

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
„Windenergieflächen vor Fehlplanung schützen“ (Drucksache 8/6331) vom 4.3.2026
https://www.dokumentation.landtag-mv.de/parldok/dokument/70552

Jutta Wegner MdL
Parlamentarische Geschäftsführerin und energiepolitische Sprecherin