Der Bundestagsabgeordnete Christoph Grimm (AFD) bot Grundschulen in seinem Wahlkreis Nordwestmecklenburg eine sogenannte Bücherspende aus rechtsextremen und gewaltverherrlichenden Comics an – geeignet seien diese für Schüler*innen der zweiten Klasse.
Jutta Wegner, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, kritisiert:
„Dass ein Bundestagsabgeordneter der AfD gezielt Grundschulen mit rechtsextrem geprägten Comics und Aufklebern, die zu Gewalt aufrufen, anschreibt, ist ein neuer Tiefpunkt. Besonders perfide ist der Versuch, bereits Siebenjährige mit nationalistischen, kriegsverherrlichenden und geschichtsverzerrenden Inhalten zu erreichen.
Die AfD inszeniert sich gern als Hüterin des Neutralitätsgebots an Schulen. Wenn ein AfD-Abgeordneter nun selbst Materialien verschickt, die nach Einschätzung von Expert*innen offen rechtsextreme Sprache, Bilder und Feindbilder transportieren, fällt diese Fassade endgültig in sich zusammen. Während Neutralität eingefordert wird, erreichen zugleich ideologisch geprägte Inhalte Grundschulen – eine offensichtliche Doppelmoral, auch wenn sie in Comic-Optik daherkommt.“
Constanze Oehlrich, Vorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Fraktion, ergänzt:
„Gerade im Grundschulalter brauchen Kinder altersgerechte, sachliche und demokratische Bildungsangebote – keine Hefte, die Gewalt und nationalistisches Heldentum verklären oder Menschen als ungleich darstellen. Wer solche Inhalte als Kinderlektüre ausgibt, versucht gezielt, junge Köpfe zu beeinflussen. Schulen sind Orte der Demokratiebildung und der kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte. Rechtsextreme Narrative haben in Klassenzimmern nichts verloren.
Besonders alarmierend ist dieser Versuch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit stehen in Hamburg zwei aus unserem Bundesland stammende mutmaßliche Rädelsführer der rechtsextremen Terrorgruppe ‚Letzte Verteidigungswelle‘ vor Gericht. Zum Zeitpunkt der Gründung waren alle Mitglieder dieser Gruppe noch minderjährig. Die Anzahl rechtsextremer Straftaten in unserem Bundesland ist im vorigen Jahr erneut um 66 Prozent gestiegen. Uns allen muss klar sein, wie brandgefährlich es ist, wenn versucht wird, rechtsextreme Ideologien an Kinder im Grundschulalter heranzutragen.“

Parlamentarische Geschäftsführerin und
bildungspolitische Sprecherin

Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecherin