Klimaanpassung braucht mehr Tempo // Terpe: „Jeder vermiedene Ausstoß von Treibhausgasen reduziert die Belastungen, an die wir uns morgen anpassen müssen“

Zur Vorstellung der Klimaanpassungsstrategie der Landesregierung erklärt Dr. Harald Terpe, klimapolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern:

„Dass Mecklenburg-Vorpommern eine Klimaanpassungsstrategie erhält, ist richtig und notwendig. Doch was die Landesregierung heute vorgestellt hat, kommt zu spät und greift insbesondere beim Hitzeschutz sowie beim Schutz unserer Wasserressourcen zu kurz. Strategiepapiere allein schützen niemanden vor Hitzewellen, Dürren oder Starkregen.“ Die

Klimakrise ist längst bei uns angekommen. Das zeigen die unterschiedlichen Extremwetterereignisse, die MV diesen Sommer besonders getroffen haben: 40,9 Grad in Suckow, heftige Hagelereignisse und die verheerenden Waldbrände an der Müritz. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln – für den Schutz unserer Lebensgrundlagen, unserer Gesundheit und unseres Wohlstands.

Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen

„Die Landesregierung setzt in der Einbringung ihrer Klimaanpassungsstrategie die Zögerlichkeit und Widersprüchlichkeit des Klima(un)verträglichkeitgesetzes fort“, so Terpe weiter. „Während die Landesregierung heute mehr Schutz vor den Folgen der Klimakrise ankündigt, hat sie gleichzeitig erst in diesem Jahr das Ziel der Klimaneutralität von 2040 auf 2045 verschoben. Wer den Klimaschutz dermaßen ausbremst, verschärft die Folgen der Klimakrise und macht Klimaanpassung immer aufwendiger und teurer.“

Zeitnaher Klimaschutz ist um einiges günstiger als bloße Klimaanpassungsstrategien. Darum ist es essenziell, Folgeschäden wirkungsvoll zu verhindern, um die exponentiell steigenden Kosten, die Klimaschäden in Zukunft bedeuten werden, einzudämmen. „Klimaschutz und Klimaanpassung können und müssen Hand in Hand gehen. Jeder vermiedene Ausstoß von Treibhausgasen reduziert die Belastungen, an die wir uns morgen anpassen müssen“, so Terpe.

Natürlicher Klimaschutz und Hitzeschutz müssen Priorität werden

Gerade beim Schutz vor Hitze und Trockenheit braucht es deutlich mehr Entschlossenheit. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. „Wir brauchen mehr Schatten und Stadtgrün, entsiegelte Flächen, öffentliche Trinkbrunnen und verbindliche Hitze-Aktionspläne für unsere Kommunen. Schulen, Kitas, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen besser gegen extreme Hitze geschützt werden. Besonders ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Menschen brauchen endlich wirksamen Schutz“, fordert Terpe.

„Wir müssen Wasser wieder stärker in der Landschaft halten. Moore wiedervernässen, Auen reaktivieren, Gewässer renaturieren und Wälder zu klimaresilienten Laub- und Mischwäldern umbauen – das ist Klimaschutz und Klimaanpassung in einem. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern ist die Wiedervernässung der Moore eine Schlüsselaufgabe. Entwässerte Moore sind die größte Quelle von Treibhausgasemissionen im Land. Gleichzeitig speichern nasse Moore Wasser, mindern die Folgen von Trockenheit und Starkregen und stärken die Artenvielfalt. Umso unverständlicher ist es, dass die Landesregierung gerade hier weiterhin nicht das notwendige Tempo vorlegt, um die eigenen Ziele zu erreichen. Eine intakte Natur ist unsere natürliche Klimaanlage und hilft uns, durch heißere und trockenere Zeiten zu kommen.“


Dr. Harald Terpe MdL
Umwelt-
und landwirtschaftspolitischer Sprecher