Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN drängt auf eine Verschärfung des Kinderschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Die sozialpolitische Sprecherin Anne Shepley macht deutlich, dass der Schutz von Kindern nicht länger vom Wohnort oder vom Engagement Einzelner abhängen dürfe. Es gehe um eine grundlegende Frage von Gerechtigkeit und staatlicher Verantwortung: „Jedes Kind hat das gleiche Recht auf Schutz – und zwar unabhängig davon, wo es lebt. Dass wir in MV immer noch so große regionale Unterschiede haben, ist nicht hinnehmbar. Kinder brauchen Verlässlichkeit, klare Standards und ein System, das sie wirklich schützt. Das im Dezember verabschiedete Gesetz der Landesregierung reicht dafür bei Weitem nicht aus.“
Verbindliche Standards beim Kinderschutz statt freiwilliger Empfehlungen
Mit einem Gesetzentwurf setzt sich die Fraktion deshalb dafür ein, dass Schutzkonzepte, Zusammenarbeit und Qualifizierung künftig nicht mehr nur empfohlen, sondern verbindlich geregelt werden. Vorgesehen sind unter anderem flächendeckende Schutzkonzepte in Einrichtungen und Vereinen, verpflichtende Fortbildungsstandards für Fachkräfte, die Stärkung regionaler Netzwerke sowie eine größere Verantwortung von Vereinen und Verbänden, insbesondere im Umgang mit Ehrenamtlichen. Bislang bestehen erhebliche Unterschiede in der Umsetzung des Kinderschutzes zwischen Kommunen und Einrichtungen.
Besonders benachteiligt seien laut Shepley Kinder mit erhöhtem Schutzbedarf, etwa aufgrund einer Behinderung, eines Migrations- oder Fluchthintergrund oder mit traumatischen Erfahrungen. „Wir wissen seit vielen Jahren, dass das System Lücken hat – und trotzdem belässt es die rot-rote Landesregierung bei unverbindlichen Regelungen. Das bedeutet im Klartext: Manche Kinder sind gut geschützt, andere fallen durchs Raster. Das dürfen wir nicht länger akzeptieren.“
Shepley betont, dass es nicht an guten Absichten mangele, sondern an klaren Regeln und Verbindlichkeit: „Kinderschutz ist kein ‚Soll‘ und keine freundliche Empfehlung. Kinderschutz ist eine Verpflichtung – und dieser Verpflichtung muss das Land endlich gerecht werden.“
„Am Ende zahlen unsere Kinder den Preis“
Zugleich weist die Sozialpolitikerin Einwände zu möglichen Mehrkosten entschieden zurück: „Wer beim Kinderschutz spart, spart an der falschen Stelle – und am Ende zahlen unsere Kinder den Preis.“
Hinweis:
Gesetzentwurf der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Entwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Stärkung des Kinderschutzes in Mecklenburg-Vorpommern (Kinderschutzgesetz KiSchG M-V) (Drucksache 8/6329) vom 4.3.2026:
https://www.dokumentation.landtag-mv.de/parldok/dokument/70599

sozialpolitische Sprecherin