Anlässlich des Mecklenburg-Vorpommern-Tages in Greifswald konnten Bürger*innen endlich mal wieder mit dem Zug nach Lubmin fahren, nachdem der Personenverkehr 1999 eingestellt worden war. Vor Ort wünscht man sich die Reaktivierung der rund 25 km langen Strecke schon lange. Im Sommer 2023 sammelte die Grüne Jugend mit der Aktion „Sommer, Sonne, Strandbahn“ Unterschriften und Sympathien für die Wiederaufnahme der 1969 errichteten Bahnverbindung, die Greifswalder*innen in nur 30 Minuten an den Strand bringen könnte. Nun soll die seit Jahren stillgelegte Verbindung an den Wochenenden in den Sommerferien wieder aufgenommen werden. Dazu erklärt Jutta Wegner, mobilitätspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion MV:
„Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs mit der Bahn von Greifswald nach Lubmin ist ein richtiger Schritt. Gerade aktuell, mit den hohen Benzinpreisen, zeigt sich, dass es Alternativen braucht. Aber warum nur diese Minimallösung? Die Fahrtangebote nur an Wochenenden und nur in den Sommerferien werden dem Bedarf in der Region nicht gerecht“, so Wegner. „Die Potenzialanalyse hat gezeigt, dass die Strecke mindestens in den Sommermonaten tragfähig ist. Das sind nicht nur die Wochenenden in den Sommerferien, hier wird am falschen Ende gespart. Die Menschen vor Ort profitieren von einer verlässlichen Bahnverbindung, die nicht nur gelegentlich fährt.
Zwischen Greifswald und Lubmin leben und arbeiten viele Menschen, für die eine regelmäßige Verbindung im Alltag einen echten Unterschied machen würde. Um Planbarkeit scheint es bei dieser Entscheidung aber nicht zu gehen.“
„Bei nur rund 25 Kilometern Strecke wäre die Bahn eine attraktive Alternative – nicht nur fürs Wochenende, sondern auch für den Feierabend. Küstenkinder zieht es jeden Tag an die Ostsee, nicht nur samstags und sonntags“, erklärt die mobilitätspolitische Sprecherin. „Auch für Beschäftigte, etwa bei der EWN Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH, wäre eine verlässliche Verbindung ein echter Gewinn. Gerade bei steigenden Spritpreisen brauchen wir endlich Alternativen zum Auto.“
„Wer die Verkehrswende ernst meint, darf Infrastruktur nicht nur kurzfristig und mit festem Enddatum zur Verkehrslenkung einsetzen. Die Strecke muss ein planbarer Bestandteil des Nahverkehrs werden – für Pendler*innen ebenso wie für Anwohner*innen. Also, nur Mut, liebes Land. Nicht kleckern, sondern klotzen. Wir sollten aufhören, auf leisen Sohlen um umweltfreundliche Mobilität herumzuschleichen, und sie stattdessen endlich alltagstauglich und dauerhaft verankern.“

Parlamentarische Geschäftsführerin und
mobilitätspolitische Sprecherin