Rund 1.000 Tage nach dem Start der „Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern“ fällt die Bilanz nach Ansicht der bündnisgrünen Verkehrspolitikerin Jutta Wegner gemischt aus. Zwar wurden einzelne zusätzliche Bahntakte und neue Angebote geschaffen. Doch was Verkehrsminister Wolfgang Blank heute als Erfolg verkauft, bleibt in Wahrheit ein Flickenteppich aus Maßnahmen ohne erkennbare Gesamtstrategie. Von einem verlässlichen, landesweiten ÖPNV-System ist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin weit entfernt.
Krisenmanagement statt vorausschauender Verkehrspolitik
Jutta Wegner, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt: „Es ist wichtig, dass bei der Bahn zusätzliche Takte eingerichtet wurden. Aber was wir in MV erleben, ist vor allem Krisenmanagement statt vorausschauender Verkehrspolitik. Wenn im Sommer die Züge überfüllt sind und Menschen an den Bahnsteigen zurückbleiben, wird hektisch nachgebessert. Das ist kein Konzept, das ist Reparaturbetrieb.“
Auch bei Regio- und Rufbussen kommt zwar Bewegung ins System, doch sie folgt keiner klaren Linie. Statt eines abgestimmten landesweiten Netzes setzt die Landesregierung auf kurzfristige Einzelprojekte, die oft nicht einmal über Kreisgrenzen hinweg sinnvoll verzahnt sind. Jutta Wegner erklärt: „Regio- und Rufbusse sind ein sinnvoller Baustein. Was aber völlig fehlt, ist eine klare Vision, wie ein gutes Busnetz die Bahn ergänzt und die Fläche zuverlässig anbindet. Ohne einen verbindlichen Landesplan mit starken Bahnachsen, verlässlichen Anschlussknoten und einem darauf abgestimmten Busnetz bleiben einzelne Angebote loses Stückwerk. Mecklenburg-Vorpommern braucht ein tragfähiges Zielnetz als Basis für Mobilität – keine immer neuen Provisorien.“
„Weg von der Bummelpolitik – hin zur gezielten Mobilitätswende“
Dass Mecklenburg-Vorpommern beim ÖPNV weiterhin trödelt, ist belegt. Das Erreichbarkeitsranking der Allianz pro Schiene zeigt seit Jahren, dass das Bundesland bei der regelmäßigen ÖPNV-Anbindung im Ländervergleich immer wieder auf dem letzten Platz landet, besonders im ländlichen Raum. Wegner: „Nach 1.000 Tagen sogenannter Mobilitätsoffensive zeigt sich: Wer flexible Mobilität für die Menschen will, muss endlich weg von der Bummelpolitik hin zur gezielten Mobilitätswende.“
Hinweise:
Anbindung des Öffentlichen Verkehrs – Erreichbarkeitsranking/Allianz pro Schiene:
https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/personenverkehr/oepnv-anbindung/erreichbarkeitsranking/
Erreichbarkeit des Öffentlichen Verkehrs/Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR):
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/presse/presseinformationen/2023/oev-erreichbarkeit.html
Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Wegner/Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 8/5683) vom 18.1.22025 „Regiobuslinien in Mecklenburg-Vorpommern“:
https://www.dokumentation.landtag-mv.de/parldok/dokument/68495/8_5683_regiobuslinien_in_mecklenburg_vorpommern
Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Wegner/Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 8/5057) vom 18.7.2025 „Einsatz, Erfolg und Kosten des Rufbusses in Mecklenburg-Vorpommern“:
https://www.dokumentation.landtag-mv.de/parldok/dokument/64882/8_5057_einsatz_erfolg_und_kosten_des_rufbusses_in_mecklenburg_vorpommern

Parlamentarische Geschäftsführerin und
verkehrspolitische Sprecherin