Aktuelle Recherchen der antifaschistischen Plattform EXIF zur rechtsextremen Chatgruppe „Terror 18“ unterstreichen, wie dringend rechtsextreme Netzwerke und ihre Verbindungen in Mecklenburg-Vorpommern aufgeklärt werden müssen. Rot-Rot-Grün wird dafür einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss einsetzen.
Die Recherchen zeichnen ein erschreckendes Bild: Jugendliche tauschen sich über Mordfantasien aus und planen Anschläge auf Geflüchtete. Die Spur führt auch nach Mecklenburg-Vorpommern: Der mutmaßliche Initiator der Gruppe stammt aus Demen bei Crivitz, ein weiteres Mitglied aus Schwerin. Dazu erklärt Ole Krüger, stellvertretender Vorsitzender der bündnisgrünen Landtagsfraktion:
„Schon wieder bilden sich in Mecklenburg-Vorpommern Gruppen und digitale Netzwerke, in denen junge Männer sich gegenseitig zu Gewalt und Terror anstacheln und darin bestärken, ihre Fantasien im ganzen Bundesgebiet wahr werden zu lassen. Die dokumentierten Chatverläufe sind zutiefst verstörend: Diese Jugendlichen fantasieren nicht einfach über Gewalt. Sie berauschen sich regelrecht daran, malen sich Mord und Vernichtung in drastischen Bildern aus und nehmen Tote ganz selbstverständlich in Kauf. Das ist menschenverachtender Neonazi-Terror in seiner erschreckenden Konsequenz.“
Mordfantasien, Terrorpläne, Neonazi-Netzwerk: MV erneut im Fokus
„Ich bin erleichtert und dankbar, dass dieser konkrete Anschlag durch EXIF verhindert werden konnte. Aber eines ist klar: ‚Terror 18‘ ist kein Einzelfall. Das hat auch die ‚Letzte Verteidigungswelle‘ gezeigt. Bundesweit vernetzen sich junge Rechtsextreme digital, radikalisieren sich gegenseitig und schmieden konkrete Gewaltpläne. Die Verbindungen zu ‚Sturm Nord‘ und dem ‚Nationalen Netzwerk‘ zeigen, wie tief diese Szene auch in Mecklenburg-Vorpommern verwurzelt ist.“
Besonders brisant: Ein betreffendes Mitglied der Chatgruppe half laut EXIF-Recherchen auch im AfD-Wahlkampf in Schwerin. Es stammt zudem aus einem extrem rechten familiären Umfeld, ein Verwandter soll NPD-Funktionär in der Schweriner Stadtvertretung gewesen sein.
Krüger: „Wenn junge Neonazis aus gewaltbereiten Strukturen nun im Umfeld der AfD mitwirken, darf niemand wegsehen. Die Grenzen zwischen organisierter rechter Gewalt und dem politischen Raum sind durchlässiger, als viele wahrhaben wollen.“
„Niemand darf das Ausmaß dieser Radikalisierung länger verharmlosen“
„Rechte Netzwerke wachsen im Verborgenen – offenbar reichen ihre Verbindungen auch bis in die Parlamente unseres Bundeslandes. Deshalb ist es richtig, dass Rot-Rot-Grün einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss einsetzen wird. Wir müssen aufdecken, wer mit wem vernetzt ist, wer solche Strukturen unterstützt und welche Verbindungen bis in politische Gremien reichen. Dem Rechtsextremismus müssen wir auf allen Ebenen konsequent entgegentreten. Niemand darf das Ausmaß dieser Radikalisierung länger verharmlosen.“
Hinweis:
„Antifaschist*innen verhindern Anschlag von Neonazigruppe ,Terror 18‘“, 2. November 2026, EXIF: https://exif-recherche.org/?p=14353

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender