Grüne Woche: Terpe fordert agrarpolitischen Kurswechsel // Dr. Terpe: „Abschwächung von Standards hat gravierende Auswirkungen auf MV“

Anlässlich der Grünen Woche und der Demonstration „Wir haben es satt!“ am 17. Januar 2026 fordert Harald Terpe, agrarpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, einen Kurswechsel in der Landwirtschaftspolitik. Für ein Agrarland wie Mecklenburg-Vorpommern seien der Abbau mühsam errungener Umwelt- und Tierschutzstandards sowie die wachsende politische Unsicherheit für landwirtschaftliche Betriebe fatal. „Unsere Betriebe brauchen Verlässlichkeit, faire Erzeuger*innenpreise und klare Perspektiven – keinen agrarpolitischen Rückwärtsgang“, so Terpe.

Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt von großen Agrarstrukturen, sensiblen Wasserressourcen und einem hohen Anteil an Schutzgebieten. „Wenn auf EU-Ebene unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus Standards für Gewässer-, Boden- und Tierschutz geschwächt werden, hat das gravierende Auswirkungen auf MV“, warnt Terpe.

In Deutschland setzt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer diesen Kurs fort. Während klimaschädliche Subventionen wie der Agrardiesel wieder eingeführt werden, wurde das Bundesprogramm für den Umbau der Tierhaltung gestrichen – trotz zugesagter 1,5 Milliarden Euro. Auch am Kabinettstisch in Mecklenburg-Vorpommern fehle der politische Wille für echte Verbesserungen: „Nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Ministeramt ist es höchste Zeit, dass Landwirtschaftsminister Till Backhaus Tierwohl endlich Priorität einräumt“, kritisiert Terpe.

Wie groß der Handlungsbedarf im Tierschutz ist, zeigen rund eine Million Rinder, die in Deutschland in Anbindehaltung leben müssen – auch in Mecklenburg-Vorpommern ist diese Praxis ein Thema. Mehr als 350 Tierärzt*innen fordern ein bundesweites Verbot. „Anbindehaltung verursacht vermeidbares Leid und braucht ein klares gesetzliches Ende“, fordert Terpe.

Problematisch sei zudem die erneute Verschiebung der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf 2027. Damit werde Transparenz für Verbraucher*innen verhindert und Betriebe benachteiligt, die bereits in höhere Standards investiert haben.

Faire Preise für Verbraucher*innen und Landwirt*innen statt Machtkonzentration

Gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise, während landwirtschaftliche Betriebe weiterhin keine auskömmlichen Erzeuger*innenpreise erhalten. „Nicht Umwelt- oder Tierschutz sind das Problem, sondern die extreme Machtkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel“, stellt Terpe klar. Die Bündnisgrünen fordern deshalb eine Preisbeobachtungsstelle und ein konsequentes Vorgehen gegen unlautere Handelspraktiken.

„Wer heute Umwelt-, Klima- und Tierschutz abbaut, gefährdet morgen unser Trinkwasser, die Artenvielfalt und die Zukunft unserer Betriebe. Wir brauchen endlich eine Agrarpolitik, die dem Gemeinwohl dient – nicht den Interessen weniger Konzerne“, so Terpe abschließend.


Dr. Harald Terpe MdL
stellvertretender Fraktionsvorsitzender und agrarpolitischer
Sprecher