Verschenkte Bildungschancen bei der KiföG-Reform // Wegner: „Simone Oldenburg fährt nur mit halber Kraft für den Ganztag“

Zum Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes erklärt Jutta Wegner, parlamentarische Geschäftsführerin und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Der Ganztag entscheidet künftig darüber, wie gerecht unser Bildungssystem wirklich ist. Gerade Kinder, die zu Hause weniger Unterstützung bekommen, profitieren von guten Ganztagsangeboten. Wer hier nur Betreuung organisiert, verschenkt Bildungschancen.“

Wegner kritisiert, dass der Gesetzentwurf im Kern ein administratives Regelwerk bleibt: „Alles soll geregelt werden, damit es im Grunde so bleibt wie bisher – Hoffnungen, die am ,Runden Tisch Ganztag’ geweckt wurden, sind im Entwurf kaum wiederzufinden.

Ganztag darf kein Verwaltungsprojekt werden. Kinder brauchen Zeit zum Lernen, Bewegung, kreative Angebote und individuelle Unterstützung im Alltag. Dafür müssen verbindliche Qualitätsstandards und eine klare pädagogische Verantwortung festgelegt werden. Doch Bildungsministerin Simone Oldenburg fährt bislang nur mit halber Kraft für den Ganztag.“

Besonders kritisch bewertet Wegner, dass zentrale Empfehlungen aus dem ,Runden Tisch Ganztag’ im Gesetzentwurf nicht verbindlich aufgegriffen wurden: „Schulen, Horte, Kommunen und Verbände haben gemeinsam erarbeitet, wie guter Ganztag gelingen kann. Diese Expertise nur bruchstückhaft zu berücksichtigen, ist eine verpasste Chance für Mecklenburg-Vorpommern.“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will sich im weiteren parlamentarischen Verfahren dafür einsetzen, die Qualitätsstandards verbindlich festzuschreiben. „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein Anfang. Aber erst ein qualitativ starker Ganztag sorgt dafür, dass Kinder unabhängig vom Elternhaus die gleichen Chancen bekommen“, so Wegner.


Jutta Wegner MdL
Parlamentarische Geschäftsführerin und
bildungspolitische Sprecherin