Neuer Zeitplan: Bahn muss zuverlässigen Ersatzverkehr sicherstellen // Wegner: „Die Ecovista-Vergabe erfolgte offenbar nach dem Prinzip ‚so günstig wie möglich‘“

Nach monatelangen Bauarbeiten können die Züge zwischen Hamburg und Rostock ab dem 15. Mai wieder nach gewohntem Fahrplan fahren. Die verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Jutta Wegner, begrüßt das – gleichzeitig kritisiert sie die lange Verzögerung auf der Strecke Hamburg–Berlin. Die Verkehrpolitikerin erneuert zudem ihre Forderung nach einem funktionierten Schienenersatzverkehr.

„Es ist gut, dass zumindest die Strecke nach Rostock mit nur zweiwöchiger Verzögerung wieder befahrbar sein wird. Für Pendler*innen, die täglich auf diese Verbindung angewiesen sind, ist das eine wichtige Entlastung“, so Wegner.

Gleichzeitig kritisiert sie die nun angekündigte sechswöchige Verzögerung auf der Strecke Hamburg–Berlin und die Probleme beim Schienenersatzverkehr. Laut Meldungen will die Deutsche Bahn an ihrem Vertragspartner Ecovista festhalten. „Die Fertigstellung dieser wichtigen Verbindung verzögert sich deutlich. Das ist sehr ärgerlich – und bedeutet auch, dass die Deutsche Bahn sicherstellen muss, dass der Ersatzverkehr zuverlässig funktioniert. Dazu gehören ordentliche, vertragsgemäße Busse, die regelmäßig verkehren und den Fahrgästen eine verlässliche Alternative bieten. Das bisherige Chaos ist für die Menschen nicht hinnehmbar.“

Aufarbeitung der Ecovista-Vergabe gefordert

Wegner weist außerdem darauf hin, dass die Vergabe des Schienenersatzverkehrs an das Busunternehmen Ecovista bereits im Vorfeld im Bund kritisch gesehen worden war: „Die Vergabe erfolgte offenbar nach dem Prinzip ‚so günstig wie möglich‘. Dass damit ein Risiko verbunden war, das jetzt eingetreten ist, hat man billigend in Kauf genommen. Ich erwarte von der Bahn eine umfassende Aufarbeitung und die Prüfung ihrer Vergaberegelungen, damit sich solche Fälle nicht wiederholen.“


Jutta Wegner MdL
Parlamentarische Geschäftsführerin und
verkehrspolitische Sprecherin