Zur Aktuellen Stunde im Landtag Mecklenburg-Vorpommern erklärt Jutta Wegner, Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für frühkindliche Bildung der bündnisgrünen Landtagsfraktion: „Sechs Kinder pro Erzieher*in in der Krippe, 14 in der Kita, 22 im Hort – das ist seit vielen Jahren Alltag in Mecklenburg-Vorpommern. Und dieser Alltag bedeutet: viel zu wenig Zeit für jedes einzelne Kind.“
Kinder bräuchten Bindung, Aufmerksamkeit und stabile Bezugspersonen – genau das komme trotz engagierter Erzieher*innen in den Kitas des Landes oft zu kurz. Die Folgen seien absehbar und zeigten sich später in Schule und Gesellschaft. „Deshalb unterstützt unsere Fraktion das Volksbegehren ausdrücklich. Die Initiative greift zentrale Herausforderungen im Kita-System auf, die wir seit Jahren benennen: zu große Gruppen, eine hohe Arbeitsbelastung für Fachkräfte und zu wenig Zeit für jedes einzelne Kind“, so Wegner.
Kritik an Rot-Rot wegen fehlendem Stufenplan: „Verzögerungen, Ausflüchte und kleinteilige Rechnereien“
Wegner kritisiert die Landesregierung scharf: Notwendige Verbesserungen in den Kitas würden seit Jahren verschleppt. Der angekündigte Stufenplan sei bis heute nicht vorgelegt worden, obwohl entsprechende Gespräche längst geführt würden. „Seit zwei Jahren verspricht Rot-Rot einen Stufenplan zur Verbesserung des Betreuungsschlüssels – aber das Einzige, was kommt, sind Verzögerungen, Ausflüchte und kleinteilige Rechnereien.“
Zugleich warnt sie vor den Folgen der geplanten Kifög-Reform durch SPD und Die Linke. Bereits jetzt berichteten Träger von wachsender Unsicherheit, sinkenden Übernahmequoten und fehlender Planungsperspektive für Fachkräfte. „Wer so agiert, verunsichert Fachkräfte und Träger gleichermaßen, riskiert den weiteren Qualitätsverlust den schleichenden Abbau von Personal.“
„Zu wenig Zeit für Kinder ist das Ergebnis politischer Entscheidungen“
Dabei liege die Chance für Verbesserungen auf der Hand: Sinkende Kinderzahlen könnten genutzt werden, um die Betreuung endlich zu verbessern. Stattdessen werde über Einsparungen diskutiert. Für Wegner ist klar: „Zu wenig Zeit für Kinder ist kein Naturgesetz – es ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. Genau das kann und muss geändert werden.“

Parlamentarische Geschäftsführerin und
frühkindliche bildungspolitische Sprecherin