Bahn muss Ersatzverkehr sofort neu vergeben // Wegner: „Wir dürfen nicht riskieren, dass auch noch die letzten Busse ausfallen“

Nach Medienberichten kämpft das mit dem Schienenersatzverkehr beauftragte Busunternehmen Ecovista nicht nur mit erheblichen Qualitätsproblemen bei den eingesetzten Fahrzeugen, sondern auch mit internen finanziellen Schwierigkeiten und Verzögerungen bei der Auszahlung von Löhnen.

Angesichts dieser Situation fordert die verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Jutta Wegner, die Deutsche Bahn auf, den Auftrag für den Ersatzverkehr umgehend neu zu vergeben.

„Die Situation beim Schienenersatzverkehr ist für die Fahrgäste in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen unzumutbar. Wenn Busse in einem Zustand unterwegs sind, der eher an Schrottplätze als an den öffentlichen Nahverkehr erinnert, dann ist das ein massives Versagen des Auftragnehmers. Die Deutsche Bahn muss jetzt sofort handeln und den Auftrag für den Ersatzverkehr neu vergeben.“

Erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens

Besonders besorgniserregend sei, dass offenbar sogar Lohnzahlungen an Beschäftigte zeitweise unsicher gewesen seien. Das werfe erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens auf.

„Wenn ein Unternehmen schon Schwierigkeiten hat, seine Mitarbeitenden pünktlich zu bezahlen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Betrieb vollständig ins Wanken gerät. Wir dürfen nicht riskieren, dass am Ende auch noch die letzten Busse ausfallen, weil Personal fehlt oder Fahrzeuge endgültig schlappmachen“, so Wegner.

Wen hat die Deutsche Bahn da beauftragt?“

Schaue man sich zudem die Kommunikation des Unternehmens an, könne auch hier kaum noch von Vertrauen die Rede sein. „Anfangs hieß es, es gebe Probleme mit dem Leasinganbieter, jetzt soll ein neuer Investor – der zufällig denselben Nachnamen wie der bisherige Hauptanteilseigner trägt – schuld sein. Das alles macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Wen hat die Deutsche Bahn da beauftragt?“, fragt Wegner.

Der Ersatzverkehr auf der wichtigen Bahnverbindung während der Sperrung der Strecke zwischen Berlin und Hamburg müsse für die Fahrgäste verlässlich funktionieren.

„Die Menschen sind auf einen funktionierenden Ersatzverkehr angewiesen. Deshalb braucht es jetzt eine klare Entscheidung der Deutschen Bahn: Wenn Ecovista diese Leistung nicht zuverlässig erbringen kann, muss unverzüglich ein anderer Anbieter beauftragt werden.“


Jutta Wegner MdL
Parlamentarische Geschäftsführerin und
verkehrspolitische Sprecherin