Im heutigen Wirtschaftsausschuss wurde auf Antrag der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erneut über die ICE-Streichungen zwischen Hamburg und Rostock diskutiert. Mit dem angekündigten Wegfall der morgendlichen ICE-Verbindung, die auch Schwerin mit Hamburg verbindet, wird Pendler*innen die morgendliche Anreise erschwert. Zur Streichung der frühen ICE-Verbindungen zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg erklärt Jutta Wegner, mobilitätspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern:
„Das Thema stand auf unseren Antrag heute wieder auf der Tagesordnung im zuständigen Landtagsausschuss. Dabei wurde erneut deutlich: Für Pendler*innen braucht es ab Mai 2026 eine alltagstaugliche Frühverbindung. Bislang liegt keine verlässliche Lösung vor und Bahn und Land finden keinen gemeinsamen Nenner.
Fahrpläne müssen für die Menschen gemacht werden, nicht für die Konzernbilanz. Öffentliche Mobilität ist Daseinsvorsorge – auch und gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern. Wer aus Mecklenburg-Vorpommern täglich nach Hamburg pendelt, braucht eine verlässliche Ankunft deutlich vor 8 Uhr. Eine früheste Ankunft erst gegen 9 Uhr ist für viele Berufstätige schlicht inakzeptabel und gefährdet Arbeitsplätze wie auch die Attraktivität unseres Landes als Wohn- und Wirtschaftsstandort.
Betroffen sind nicht nur Berufstätige, die morgens nach Hamburg müssen. Auch Menschen, die in die andere Richtung pendeln – etwa zu Schichtdiensten, in Ausbildung, zur Schule oder zu Terminen – verlieren eine alltagstaugliche Frühverbindung. Zudem leidet der Tourismus: Wer Mecklenburg-Vorpommern klimafreundlich mit der Bahn besuchen will, braucht verlässliche Verbindungen von und nach Hamburg.“
Wegner weist darauf hin, dass die Sperrung im Zuge der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin noch andauert:
„Wir sind gerade erst zur Halbzeit der Sperrung – und mitten in all den Umleitungen ist das der nächste Schlag gegen die Pendler*innen im Land. Erst werden die Menschen um ihre Zeit und Nerven gebracht – und jetzt sollen sie auch noch dauerhaft auf eine frühe, schnelle Fernverkehrsanbindung verzichten.“
Wegner betont, dass zusätzliche Angebote im Regionalverkehr grundsätzlich helfen können – warnt aber davor, den Verweis darauf als Ausrede zu nutzen:
„Grundsätzlich ist es richtig, wenn das Land zusätzliche Angebote im Regionalverkehr bestellt. Aber weil die Kürzungen seit Monaten absehbar sind, hätte man diese Alternative längst verbindlich vorbereiten müssen – mit Fahrplan, Trassen und verlässlicher Finanzierung. Dass das bis heute nicht gelungen ist, hat sich auch im Ausschuss gezeigt: Briefe und Appelle allein reichen nicht. Statt Schuldzuweisungen zwischen Bahn, Bund und Land braucht es jetzt eine abgestimmte Lösung – mit konkretem Angebot und Zeitplan.“
Die mobilitätspolitische Sprecherin Wegner fordert, dass DB Fernverkehr, das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Bund zügig zu einer verlässlichen Einigung kommen:
„Mindestens eine Frühverbindung je Richtung muss gesichert werden – damit Pendlerinnen und Pendler weiterhin vor 8 Uhr in Hamburg sein können und umgekehrt früh nach Mecklenburg-Vorpommern kommen – ob als ICE oder als beschleunigter Regionalexpress. Wer ernsthaft will, dass mehr Menschen klimafreundlich mit der Bahn statt mit dem Auto pendeln, darf ihnen nicht gleichzeitig die alltagstauglichen Angebote wegstreichen.“

Parlamentarische Geschäftsführerin und
mobilitätspolitische Sprecherin