Zur weiterhin prekären Lage des Wals in der Wismarer Bucht vor Poel äußert sich der tierschutzpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion MV, Dr. Harald Terpe, betroffen:
„Wie viele Menschen bewegt auch uns in der bündnisgrünen Fraktion das Schicksal von Timmy sehr. Es macht uns traurig, dass der große Einsatz der Rettungskräfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht den erhofften Erfolg gebracht hat.
Von außen lässt sich der Zustand des Wals nur sehr schwer beurteilen. Deshalb sind wir auf die Einschätzungen von Expert*innen angewiesen, die die Lage vor Ort bewerten und sorgfältig abwägen, welche Maßnahmen noch sinnvoll und vertretbar sind. Wir haben großes Verständnis für den Wunsch nach einem schnellen und aktiven Eingreifen. Im Sinne des Tierwohls ist es eine äußerst schwierige Entscheidung, zwischen den Erfolgsaussichten weiterer Rettungsversuche und dem Anspruch abzuwägen, dem Tier ein würdevolles und möglichst stressfreies Lebensende zu ermöglichen.“
Weiterhin erklärt Dr. Terpe: „Gleichzeitig ist es notwendig, den Rettungseinsatz kritisch-konstruktiv zu reflektieren, um aus möglichen Fehlern zu lernen und künftige Einsätze besser vorzubereiten. In solchen Situationen darf es nicht um Eitelkeiten, unklare Zuständigkeiten oder Deutungshoheiten gehen. Vielmehr müssen wir als Gesellschaft klären, wie wir verantwortungsvoll handeln, wenn Wildtiere in Not geraten.
Der aktuelle Fall macht zudem deutlich, unter welchem Druck Wale und andere Meeresbewohner heute stehen“, so Dr. Terpe. „Geisternetze und Fischereimüll, Stellnetze, Überfischung, zunehmende Verschmutzung der Meere, Lärm durch die Schifffahrt sowie die Auswirkungen der Klimakrise setzen den Tieren erheblich zu. Wale sind auf ein stabiles Ökosystem angewiesen, das vielerorts massiv aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Expert*innen gehen davon aus, dass es infolge der Klimakrise künftig häufiger dazu kommen wird, dass sich Wale in unsere Gewässer verirren und stranden. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland besser vorbereitet ist. Für einen wirksamen Walschutz braucht es nach unserer Auffassung eine spezialisierte Einheit, die auf solche Ausnahmefälle vorbereitet ist und schnell, koordiniert und fachlich fundiert handeln kann. Andere Länder, wie beispielsweise Neuseeland, zeigen bereits, wie ein solcher Umgang organisiert werden kann“, erläutert der tierschutzpolitische Sprecher.
„Zugleich hoffen wir als bündnisgrüne Fraktion, dass die große Anteilnahme und der Einsatz für dieses einzelne Tier dazu beitragen, sowohl effektivere Rettungsmaßnahmen zu entwickeln als auch den Schutz von Walen und ihren Lebensräumen insgesamt zu stärken. Der Wal Timmy wird als Mahnung bleiben, wie verletzlich unsere Meere sind und wie sensibel die Tiere auf Veränderungen reagieren. Sowohl in internationalen Gewässern als auch in Nord- und Ostsee brauchen wir deutlich mehr Engagement gegen Überfischung, Verschmutzung und Lärmemissionen, um die Lebensbedingungen für Wale und andere Meeresbewohner nachhaltig zu verbessern. Dafür setzen wir uns ein.“

stellvertretender Fraktionsvorsitzender und tierschutzpolitischer Sprecher