Höchstwert bei häuslicher Gewalt // Oehlrich: „Die Zahlen sind Alarmsignal und ein klarer Handlungsauftrag an die Landesregierung“

Die heute von Innenminister Christian Pegel vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt einen erneuten Anstieg häuslicher Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern: Mit 5.204 erfassten Fällen wurde der höchste Wert seit 1990 erreicht.

Dazu erklärt Constanze Oehlrich, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: „Die Zahlen sind alarmierend. Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der zu Hause Gewalt erlebt hat – dort, wo Schutz und Sicherheit selbstverständlich sein sollten.

Gewalt beginnt häufig nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Sie beginnt mit Kontrolle, mit Drohungen, mit Stalking oder digitaler Überwachung. Der aktuelle Fall der Schauspielerin Collien Fernandes verdeutlicht, wie vielfältig Gewalt auftreten kann und wie lange Betroffene oft ohne ausreichenden Schutz bleiben.“

„Wer vor Gewalt flieht, braucht sofort Hilfe“

Oehlrich weiter: „Die Landesregierung ist gefordert, den Schutz von Betroffenen konsequent zu verbessern. Noch immer fehlen ausreichend Plätze in Frauenhäusern. Wer vor Gewalt flieht, braucht sofort Hilfe – nicht erst nach Wochen. Beratungsstellen leisten unverzichtbare Arbeit, kämpfen aber vielerorts um eine verlässliche Finanzierung. Gewaltschutz darf nicht von Projekt zu Projekt organisiert werden, sondern braucht dauerhaft stabile Strukturen.

Polizei und Justiz müssen noch besser auf Fälle häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt vorbereitet werden. Viele Täter waren bereits vorher auffällig, viele Betroffene haben bereits Hilfe gesucht. Fortbildungen und klare Verfahren helfen, Warnzeichen früher zu erkennen und schneller zu handeln.

 Die aktuellen Zahlen sind ein klarer Handlungsauftrag an die Landespolitik: Gewalt frühzeitig verhindern und Betroffene wirksam schützen.“


Constanze Oehlrich MdL
Fraktionsvorsitzende