Zur heutigen Debatte im Landtag über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien erklärt Anne Shepley, sozialpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion:
„Kinder und Jugendliche sind den Mechanismen sozialer Medien besonders stark ausgesetzt. Die Algorithmen großer Plattformen sind gezielt darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu binden und Nutzungszeiten zu maximieren – und fördern dabei nachweislich problematische, teils suchtähnliche Nutzung. Schon viele Erwachsene haben Schwierigkeiten, einen gesunden Umgang mit sozialen Medien zu finden – wie sollen Kinder das allein schaffen?“
Landesregierung bei Medienbildung in der Pflicht
Shepley fordert ein konsequentes Vorgehen auf mehreren Ebenen und nimmt insbesondere die Landesregierung in die Pflicht. Medienbildung müsse in den Schulen endlich verbindlich und systematisch gestärkt werden. „Wir brauchen Verbindlichkeit bei den Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte, damit sie Kinder und Jugendliche kompetent im Umgang mit digitalen Medien begleiten können. Gleichzeitig müssen Eltern im digitalen Alltag mit praxisnahen Angeboten stärker unterstützt werden“, so Shepley.
„Kinder- und Jugendschutz darf nicht an kapitalistischen Interessen riesiger Tech-Konzerne scheitern“
Zudem müssten die Plattformen selbst deutlich stärker reguliert werden. „Es kann nicht sein, dass Geschäftsmodelle, die auf maximale Aufmerksamkeit und Abhängigkeit zielen, weitgehend ohne wirksame Regeln bleiben. Kinder- und Jugendschutz darf nicht an den kapitalistischen Interessen riesiger Tech-Konzerne scheitern. Wir brauchen klare und durchsetzbare Vorgaben für algorithmische Systeme, wirksame Schutzmechanismen für Minderjährige und einen konsequent weiterentwickelten Jugendmedienschutz.“
Verbotsforderung kritisch
Die Forderung nach einem generellen Social-Media-Verbot für Kinder sieht Shepley kritisch. „Die empirische Lage ist hier keineswegs eindeutig“, betont sie. Ein Verbot würde die bestehenden Herausforderungen nicht lösen, sondern neue Probleme schaffen – etwa beim Datenschutz und bei der praktischen Umsetzung von Altersprüfungen. Zudem warnen Expert*innen vor möglichen Konflikten mit den Grundrechten von Kindern und Jugendlichen.
„Der Schutz von Kindern im digitalen Raum ist in erster Linie eine Bildungs- und Präventionsaufgabe. Die Landesregierung muss gemeinsam mit Schulen und Eltern die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen“, so Shepley. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche nicht nur zu schützen, sondern sie auch zu befähigen, sich sicher, reflektiert und selbstbestimmt im digitalen Raum zu bewegen.“

sozialpolitische Sprecherin