Schnelle Reaktivierung der Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf gefordert // Wegner: „Ohne Reaktivierung der Bahnstrecke bekämpfen wir nur Symptome“

Die Menschen auf der Insel Usedom brauchen dringend Entlastung vom stetig wachsenden Autoverkehr. Daher ist eine Ortsumfahrung für Zirchow richtig. Doch eine neue Straße verlagert das Problem nur – sie löst es nicht. Ohne ein attraktives Bahnangebot wird sich das hohe Verkehrsaufkommen auf der Insel weiter zuspitzen. Darauf weist die bündnisgrüne Landtagsfraktion hin und fordert die schnelle Reaktivierung der Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf.

Trotz ihrer zentralen Bedeutung kommt die Reaktivierung jedoch nicht voran. Das Wirtschaftsministerium hatte Anfang 2023 eine bevorzugte Variante vorgestellt und sich selbst einen Zeitraum von eineinhalb Jahren für Machbarkeitsstudie und Vorplanung gesetzt. Bis heute liegt kein Ergebnis vor. „Das Ministerium verspielt wertvolle Zeit – zulasten der Anwohner*innen und der gesamten Region“, kritisiert Jutta Wegner, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion.

Ohne ein attraktives Bahnangebot werden nur Symptome bekämpft

In der vergangenen Woche hatte der Landtag beschlossen, eine neue Option für die Ortsumfahrung in Zirchow zu prüfen. Die modifizierte Südvariante sieht vor, die B110 auf dem bisherigen Bahndamm zu führen und die künftige Bahntrasse um rund dreißig Meter nach Süden zu verschieben.

Wegner erklärt: „Wir haben der Prüfung zugestimmt, weil wir die Belastung für die Menschen sehr ernst nehmen. Doch solange die Reaktivierung der Bahnstrecke weiter auf sich warten lässt, bekämpfen wir nur Symptome. Die Verkehrsprobleme werden lediglich verschoben, nicht behoben.“

„Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“

Neue Straßen führen laut Wegner verlässlich zu mehr Autoverkehr. „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Das zeigt sich in Zirchow besonders deutlich: Seit der Eröffnung des Swinetunnels ist die Belastung auf der B110 nochmals massiv gestiegen“, so die Verkehrspolitikerin. Eine echte Entlastung gelingt nur, wenn endlich wieder Züge über die Südanbindung nach Usedom fahren – und zwar so bald wie möglich.

„Die Landesregierung muss jetzt einen Gang zulegen. Sonst verzögern sich sowohl Ortsumfahrung als auch Reaktivierung weiter“, betont Wegner. Auch die Bürger*inneninitiative in Zirchow drängt auf eine Befassung im Landtag. Die bündnisgrüne Fraktion hat daher beide Projekte auf die Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses gesetzt.

Klare Prioritäten: Schiene vor Straße – Erhalt vor Neubau

Wegner fordert vor dem Hintergrund neu eingestellter Bundesmittel für Straßenneubau einen Kurswechsel: „Wir brauchen klare Prioritäten: Schiene vor Straße und Erhalt vor Neubau. Das spart Geld, schützt Klima und Umwelt und schafft echte Wahlfreiheit bei der Mobilität.“


Jutta Wegner MdL
Parlamentarische Geschäftsführerin und mobilitätspolitische Sprecherin